Zeitzeugenbesuch an der Sally-Perel-Gesamtschule

Am Mittwoch den 19.02.2020 hatten wir an unserer Schule einen interessanten Zeitzeugenbericht. Zu diesem Anlass besuchte uns Frau Vidlakova aus Prag in Tschechien.

Sie erzählte viel über ein Aufwachsen als Jüdin in Prag, ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Aber vor allem über die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus und dem mit ihm verbundenen Holocaust.

Sie fing an über ihre Kindheit zu reden, in der sie ganz normal mit anderen Kindern spielen konnte. Nationalität, Geschlecht und Religion spielten noch keine Rolle. Doch mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten änderte sich dies schlagartig. Frau Vidlakova erzählte uns, wie Juden diskriminiert wurden. Also zum Beispiel, dass Juden nur zu bestimmten Zeiten einkaufen durften und an gesonderten Schulen unterrichtet wurden, damit sie, laut Rassenideologie der Nationalsozialisten, das „deutsche Blut“ nicht „beschmutzten“. Sie fuhr fort über die Zeit, in der sie und ihre Eltern in Viehwaggons in das Konzentrationslager Theresienstadt gebracht wurden und arbeiten mussten.

Am erschreckendsten aber fand ich ein Bild in ihrer PowerPoint-Präsentation. Das Bild stammt aus der Zeit vor der Deportation in dem Viehwaggon. Es zeigte Frau Vidlakovas Mutter, die Lehrerin war, mit ihrer Schulklasse. Es herrschte eine fröhliche Stimmung auf dem Bild. Alle schienen glücklich, doch auf dem nächsten Bild der PowerPoint-Präsentation war das ganze Bild bis auf die Mutter und ein weiteres Mädchen übermalt. Alle geschätzten 25 Kinder auf diesem Foto wurden umgebracht.

 

Dieser Vortrag hat uns allen gezeigt, wie schrecklich diese Zeit war und wie wichtig es ist zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiert.

 

Bericht von Nico Schwacke, Klasse 9.1

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