Ackerhelden machen Schule – Jetzt auch an der Sally-Perel-Gesamtschule!

Am Donnerstag, den 10.09.2020, war es endlich so weit: Die bereits einige Tage zuvor gelieferten Materialien für die Bio-Gemüsehochbeete, gesponsert von den Ackerhelden, wurden mithilfe der Workshopleiterinnen Jana und Sarah endlich aufgebaut. Lange hatte sich die 7.3 der Sally-Perel-Gesamtschule darauf gefreut. In den Monaten zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler eifrig zwei Lichthöfe der Schule von Unkraut und Müll befreit, um Platz für die neuen Hochbeete zu schaffen. Ausgestattet mit allen Materialien, die für das Gärtnern benötigt werden, wurden in den Beeten direkt schon Gemüsesorten wie Radieschen, Spinat und Rucola eingepflanzt. Überrascht davon, wie schnell und einfach sich diese „Minigärten“ aufbauen ließen, wurde einem Schüler direkt klar: „Das müssen wir jetzt wirklich gut pflegen, damit wir tatsächlich was davon ernten können in ein paar Wochen“.

Im Rahmen vorheriger Projektwochen in den vergangenen zwei Schuljahren hatte sich der 7. Jahrgang bereits umfassend mit Zukunftsthemen wie biologischer Vielfalt, Nachhaltigkeit, sozialen- sowie ökologischen Konsumentscheidungen und der eigenen Verantwortung dafür beschäftigt.

Über die Möglichkeit spannender Praxiserfahrungen freuten sich auch die Tutorinnen Wiebke Bakker und Janina Lange. Das Projekt „Bio-Gemüsehochbeete“ wird die Klasse nun viele Jahre begleiten. Zweifel hat Workshopleiterin Jana daran nicht: „Das Hochbeet ist aus Edelkastanie gefertigt. Das wird bei guter Pflege auch eure Schulzeit an der Sally-Perel-Gesamtschule hinaus überdauern“.

Die 7.3 bedankt sich ganz herzlich für das Sponsoring und übernimmt die Aufgabe der Pflege mit viel Engagement und Freude.

 

Gesunde Ernährung in der Sally-Perel-Gesamtschule

Die Ganztagsbetreuung in Schulen bestimmt zunehmend den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Das rückt die Rolle von Essen und Trinken während des Ganztags in den Fokus. In der aktuellen E&W Bund ist ein Artikel über die Mensa der Sally-Perel-Gesamtschule erschienen.

Den Link zum Download der Ausgabe gibt es hier.

Sally Perel erhält Ehrenbürgerwürde der Stadt Braunschweig

Oberbürgermeister Ulrich Markurth hatte dem Rat kürzlich vorgeschlagen, Sally Perel zum Ehrenbürger der Stadt Braunschweig zu ernennen. Es ist die höchste Ehrung, die die Stadt zu vergeben hat. Der Rat war dem Vorschlag einstimmig gefolgt. Wir freuen uns für Sally und gratulieren recht herzlich!

Der ausführliche Bericht der Braunschweiger Zeitung zu der Veranstaltung ist hier zu finden:

https://www.braunschweiger-zeitung.de/braunschweig/article230265546/Sally-Perel-Ich-liebe-Braunschweig-fuer-immer.html

Braunschweiger SoR-Schulen halten trotz Corona zusammen

Die weiterführenden Braunschweiger Schulen, die Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sind, untermauern ihre Haltung für Courage und Toleranz in diesem Jahr digital.

Mitte Februar fanden die weiterführenden Braunschweiger Projekt-Schulen das erste Mal – damals noch in Präsenzform – in der Neuen Oberschule in Braunschweig zusammen und nutzten bei diesem Vernetzungstreffen die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, sich über die Arbeit in den anderen Schulgemeinschaften informieren und formulierten abschließend den Wunsch, in Zukunft schulübergreifend an dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu arbeiten.

Kurz bevor der Grundstein für die weitere gemeinsame Arbeit bei einem zweiten Treffen im März gelegt werden konnte, begann die Corona-Pandemie auch in Deutschland und so musste dieses Treffen leider, wie auch viele andere Veranstaltungen, abgesagt werden und konnte nicht nachgeholt werden.

Ganz besonders wichtig war es den Mitgliedern der Projektgruppen aber, den geschaffenen Ansatz nicht aus den Augen zu verlieren und insbesondere auch während der Corona-Zeit – gesellschaftlich geprägt u.a. durch Verschwörungstheorien und verschiedenen Schuldzuweisungen am Ursprung des Virus´ – Flagge für ein weltoffenes und tolerantes Braunschweig zu zeigen.

An neun Braunschweiger Courage-Schulen machten die Aktionsgruppen daher Fotos von sich vor der Projekt-Plakette der jeweiligen Schule, die anschließend zu einer „digitalen Menschenkette“ zusammengesetzt wurden – repräsentativ für den Grundsatz, für den die Schulen stehen: Miteinander #Haltungzeigen!

 

Organisation: Sophie Hörbe, Lennart Meyer
Umsetzung: Benno Seydel
(Alle Neue Oberschule)

Sally-Perel-Lesung im C1

Am 6. Dezember 2018 war unser Namensgeber, Sally Perel, auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft gegen Rechts erneut zu Gast in Braunschweig. Im C1 hielt er vor ca. 900 Zuhörenden eine Lesung mit anschließender Diskussionsrunde. Unter den Gästen waren auch Klassen der Jahrgänge 7, 8 und 9. Mit großem Interesse folgten diese der bewegenden Geschichte des Holocaustüberlebenden Sally Perel. Im Rahmen seiner Lesungen setzt sich der inzwischen 93-jährige Autor vor dem Hintergrund seiner persönlichen Lebensgeschichte für Respekt, Toleranz und Mitmenschlichkeit ein und lädt seine Zuhörenden ein, zukünftig als neue Zeitzeugen die gleichen Werte zu vertreten.

Im Anschluss an die Lesung signierte Sally Perel geduldig sowohl sein eigenes Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“ als auch das von Schülerinnen und Schülern unserer Schule verfasste Buch „Paul“.

Gern nutzten einige Schülerinnen der Klasse 9.5 die Gelegenheit, um Sally Perel die Nikolaus-Grüße seiner Schule zu überreichen und ein paar persönliche Worte mit ihm zu wechseln. Ein sehr eindrucksvoller Vormittag für alle Beteiligten.

von Annette Schmidt

Sally-Perel-Gesamtschule erhält eTwinning-Qualitätssiegel

Schüler überzeugen Jury mit Musik-Projekt

Die Sally-Perel-Gesamtschule ist für ihr europäisches Schulprojekt über die Probleme des 21. Jahrhunderts ausgezeichnet worden. Sie erhielt für „21st century diamonds in our classroom“ von der Jury das eTwinning-Qualitätssiegel 2018 für beispielhafte Internetprojekte. Damit verbunden sind hochwertige Sachpreise und Urkunden zur Anerkennung.

Im Projekt haben sich Schülerinnen und Schüler der Altersklasse 12 bis 15 Jahre mit dem Thema „Globale Herausforderungen“ beschäftigt. Wie ist ein friedliches Zusammenleben möglich? Was können wir gegen Rassismus tun? Wie lassen sich Umweltprobleme lösen? Auf drängende Fragen wie diese versuchten die Jugendlichen musikalische Antworten zu finden. Dazu analysierten sie die Lieder ihrer Lieblingsinterpreten, schrieben eigene Songtexte und produzierten Videos. Das Projekt fand in Kooperation mit Schulen in Dänemark und Frankreich statt. Als gemeinsame Sprache nutzten die Projektpartner Englisch.

„Eine originelle Projektidee, die dank des durchdachten pädagogischen Konzepts zu bemerkenswerten Ergebnissen führte. Es zeigt, wie Jugendliche sich einem ernsten Thema mit Fantasie und Kreativität nähern können,“ so das Urteil der Jury.

Über eTwinning

Mit dem eTwinning-Qualitätssiegel würdigt der Pädagogische Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz jährlich herausragende Schulpartnerschaften, die sich durch eine ausgeprägte Kooperation zwischen den Partnerklassen, kreativen Medieneinsatz sowie pädagogisch innovative Unterrichtskonzepte auszeichnen.
Schulen und vorschulische Einrichtungen können mithilfe von eTwinning Partnerschaften über das Internet aufbauen und digitale Medien in den Unterricht integrieren. Europaweit sind rund 200.000 Schulen bei eTwinning angemeldet und nutzen die geschützte Plattform für ihre Projektarbeit. Als Teil des Programms Erasmus+ der Europäischen Union wird eTwinning von der Europäischen Kommission und der Kultusministerkonferenz gefördert. Die Nationale Koordinierungsstelle für eTwinning beim PAD unterstützt die teilnehmenden deutschen Schulen durch Beratung, Fortbildung und Unterrichtsmaterialien.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter
https://twinspace.etwinning.net/63076/home

Eine Übersicht zu allen ausgezeichneten Projekten finden Sie hier
https://www.kmk-pad.org/qs-2018

NDR & Radio 38 berichten von der Schulumbenennung

Der Regionalsender Radio38 berichtet am 18.09. 2018 in der Radio38 Morgenshow über die Umbenennungsfeier.

Der NDR berichtet am Freitag den 14.09.2018 in der Sendung “Hallo Niedersachsen” über die Feier zur Umbenennung der Sally-Perel-Gesamtschule.

Das Video befindet sich in der ARD-Mediathek unter dem folgenden Link:

Sally-Perel-Gesamtschule feiert mit Namenspatron

Sally-Perel-Gesamtschule feiert ihre Umbenennung

Am Freitag, den 14.09.2018 ab 14 Uhr feiert die Sally-Perel-Gesamtschule ihre Umbenennung. Die zuständigen Gremien Gesamtkonferenz und Schulvorstand der damaligen IGS Volkmarode haben im Dezember 2017 nach mehrmonatiger schulinterner Diskussion beschlossen, der Stadt Braunschweig die Umbenennung vorzuschlagen. Der Schulausschuss und der Verwaltungsausschuss der Stadt Braunschweig haben im April 2018 beschlossen, dass die IGS Volkmarode ab dem Schuljahr 2018/19 den Namen Sally-Perel-Gesamtschule trägt.

Sally Perel (* 21. April 1925 in Peine) wurde mit seiner Familie 1935 von den Nationalsozialisten aus Peine vertrieben und zog nach Łódź in Polen. Nach dem Überfall auf Polen durch Deutschland im Jahre 1939 und der darauffolgenden Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion floh Sally Perel in den sowjetischen Teil Polens. Während des Krieges gegen die Sowjetunion wurde Perel von der Wehrmacht gefangen genommen. Da er perfekt deutsch sprach, konnte er sich als „Volksdeutscher“ ausgeben und seine jüdische Herkunft verschleiern. Er fungierte in der Folge als deutsch-russischer Übersetzer für die Wehrmacht. Er nannte sich Josef Perjell, sein Spitzname war Jupp.

1943 kam er nach Braunschweig, um im damaligen Volkswagen-Vorwerk eine Lehre als Werkzeugmacher zu absolvieren. Hier wurden speziell ausgesuchte Jugendliche zu Facharbeitern ausgebildet, die später im Stammwerk bei Fallersleben arbeiten sollten. Aufgrund der ständigen Präsenz des Nationalsozialismus begann er nach eigenen Angaben, sich mit dieser Ideologie zu identifizieren (später beschrieb er die Diktatur als Gift, das jeden Tag in die jungen Gehirne geträufelt worden sei). Perel musste ständig seine Beschneidung verbergen und stets einen kühlen Kopf bewahren, um die Gefahr einer Entdeckung zu vermeiden. Am Ende des Krieges wurde er von der US-amerikanischen Armee gefangen genommen und kurze Zeit später wieder aus der Gefangenschaft entlassen.

Außer seinen Brüdern Isaak und David und Sally selbst überlebte kein Mitglied der Familie Perel den Holocaust. Sally Perel emigrierte nach Israel. Er brauchte 40 Jahre, um das Erlebte zu verarbeiten, bevor er sich schließlich nach einer Herzoperation 1985 entschloss, ein Buch mit seiner Geschichte zu schreiben. Perel schrieb das Buch in deutscher Sprache. Er gab an, dass dadurch der (verborgene Hitlerjunge) Jupp „aus ihm heraus wollte“. Das Buch erschien 1990 als Europa, Europa auf Französisch, 1991 auf Hebräisch und 1992 unter dem Titel Ich war Hitlerjunge Salomon auf Deutsch. Das Buch wurde von Agnieszka Holland 1990 unter dem Titel Hitlerjunge Salomon (englischer Titel: Europa, Europa) verfilmt.

Sally Perel verkörpert in einzigartiger Weise eine Persönlichkeit, die sich mit großem Engagement für Respekt und Toleranz einsetzt. Als „Hitlerjunge Salomon“ hat er selbst erfahren, wie rassistisches Gedankengut zu inhumanem Denken und Verhalten führt. Es ist sein Anliegen, diese Erfahrungen weiterzugeben – insbesondere an junge Menschen – und auf die Gefahren heute aufmerksam zu machen.

Sally Perel verbindet eine besondere Beziehung zu Braunschweig. Die Zeit seiner Lehre als Werkzeugmacher im Vorwerk Braunschweig war für ihn in mehrfacher Hinsicht prägend. Bis heute ist er immer wieder in Braunschweig im Zusammenhang mit seinen Lesereisen, aber auch im Zusammenhang mit dem nach ihm benannten Preis und weiteren Anlässen (z. B. Gemeinsam-Preis der Braunschweiger Zeitung 2017). Er freut sich sehr, dass es jetzt einen Ort in Braunschweig gibt, der sich durch die Benennung nach ihm verpflichtet, sein Engagement für die ihm wichtigen Werte Respekt und Toleranz fortzusetzen.

Die Schule hat seit längerer Zeit eine enge Verbindung zu Sally Perel und den Ideen, für die er steht:

  • Die Schule ist seit 2014 als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ anerkannt. Dieses ist damals von der Schülervertretung angeregt worden, die jetzt auch den Antrag auf Schulumbenennung in die Schulgremien eingebracht hat.
  • Bereits zwei Schülergruppen der Schule sind mit dem von VW Braunschweig ausgeschriebenen Sally-Perel-Preis ausgezeichnet worden (2014 und 2016).
  • Insbesondere seit der Einrichtung von Sprachlernklassen an der Schule beschäftigt sich die Schule immer wieder mit den Themen Flucht und Vertreibung und setzt sich kritisch mit Populismus auseinander.
  • Die Schule führt seit mehreren Jahren Studienfahrten mit Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Klassen nach Polen durch, bei denen u. a. die Gedenkstätte Auschwitz besucht wird.

Sally Perel reist mit mehreren Mitgliedern seiner Familie zum Festakt am 14. September an. Neben ihm und seiner Nichte Neomi Brakin sprechen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Braunschweig, des Landes Niedersachsen, des Betriebsrates von VW Braunschweig und der Schule. Außerdem gibt es verschiedene Musik- und Theaterpräsentationen. Am Schluss der Veranstaltung wird ein Wetterballon mit einer Botschaft für Respekt und Toleranz in die Stratosphäre steigen gelassen.