Resiliente Demokratie beginnt in der Organisation
Sally-Perel-Gesamtschule eröffnet Demokratiekonferenz Braunschweig 2025

Mit einem Impulsvortrag zur Eröffnung der Demokratiekonferenz 2025 der Stadt Braunschweig setzte die Sally-Perel-Gesamtschule ein deutliches Zeichen: Demokratie ist kein Projektthema, sie ist Organisationsaufgabe.
Unter dem Titel „Resiliente Demokratie“ stellte Schulleiter Sven Waschinski gemeinsam mit den Schüler*innen Johanna Lindemann und Jannek Pohlmann vor, wie die Schulgemeinschaft auf den rechtsmotivierten Vorfall im September 2025 reagierte.
In der Nacht vom 6. auf den 7. September waren Fassaden- und Türbereiche der Schule mit rechtsextremen Parolen beschmiert worden. Für die Schule stand früh fest: Das war mehr als Vandalismus. Es war ein Angriff auf die demokratische Kultur der Schulgemeinschaft.
Die Reaktion blieb nicht symbolisch. Bereits am folgenden Montag initiierten Klassen erste Aktionen. Aus der Dynamik entstand die schulweite Initiative „NO zu Hass und Hetze“, mit der sich die gesamte Schule sichtbar positionierte. Beteiligung war dabei nicht Beiwerk, sondern tragendes Element.
Im Zentrum des Vortrags stand eine klare Botschaft: Demokratische Stabilität entsteht nicht durch Appelle, sondern durch Struktur. Durch transparente Entscheidungswege. Durch reale Verantwortungsräume. Durch Führung, die Haltung begründet.
Schulleiter Sven Waschinski machte deutlich, dass Schulen in gesellschaftlich angespannten Zeiten mehr leisten müssen als Wissensvermittlung. „Resilienz entsteht dort, wo Beteiligung institutionell verankert ist, nicht nur pädagogisch gewünscht“, so die zentrale These des Beitrags.
Johanna Lindemann und Jannek Pohlmann unterstrichen aus Sicht der Schülervertretung, dass Mitbestimmung nur dann glaubwürdig ist, wenn sie Konsequenzen hat. Demokratie werde dann erfahrbar, wenn Verantwortung tatsächlich geteilt werde.
Die Resonanz auf den Impuls zeigte: Schulen spielen eine Schlüsselrolle für die demokratische Kultur, nicht nur im Unterricht, sondern in ihrer Organisationspraxis.
Die Sally-Perel-Gesamtschule versteht sich in diesem Zusammenhang nicht nur als Lernort, sondern als gestaltende Organisation, die demokratische Strukturen bewusst entwickelt und weiterdenkt – und damit Verantwortung über die eigene Schule hinaus übernimmt.

Fotos: ©Stadt Braunschweig/Daniela Nielsen
