Vom Hitlerjungen zum Friedensbotschafter und einem Vorbild für viele von uns
21.04.2025: Der Namensgeber unserer Schule, Sally Perel, hätte an diesem Tag seinen 100. Geburtstag gefeiert. Sein Leben ist gezeichnet durch innere Konflikte und Verlangen wie zum Beispiel seinen Überlebenswillen zur Zeit des zweiten Weltkrieges, Identitätskonflikten mit seinem Selbst und dem Streben nach Frieden.
Zwei Identitäten als Gegenspieler lebend in einer Person:
Indem Sally Perel sich als „Volksdeutscher“ ausgab, war es ihm möglich den Holocaust und somit die Verfolgung durch die Nazis zu überleben.
Die Tarnung, die Sally Perel annahm um sein Überleben zu sichern, führte jedoch zu tiefgreifenden inneren Konflikten. Er berichtete: „Untertags war ich Hitlerjunge, habe begeistert ‚Heil Hitler!‘ gerufen, die Fahnen gehisst. Nachts war ich in Gedanken im Ghetto und habe um meine Eltern geweint.“
Dies zeigt auf, wie sehr Perel mit diesem Umstand zu kämpfen hatte. Einerseits war er tagsüber wahrhaftig Hitlerjunge und aktiver Teil der Bewegung, überzeugt von den indoktrinativen Inhalten die ihm und seinem schulischen Umfeld gelehrt wurden, und andererseits hatte er immer noch stark mit seiner Vergangenheit zu kämpfen, die ihn sehr oft quälte.
Neuanfang in Israel:
1948 wanderte Perel nach dem zweiten Weltkrieg nach Israel aus, wo er im Unabhängigkeitskrieg kämpfte und ein neues Leben begann. Lange erzählte er nichts über seine Vergangenheit und schwieg, bis er sie in seinem Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“ der Öffentlichkeit darlegte und seine Vergangenheit verarbeitete. Erst 40 Jahre nach dem Krieg konnte er sich dazu bewegen, das Buch zu schreiben. Das liegt daran, dass er zuvor nicht die nötige Kraft dazu hatte, sich darüber zu äußern und seine Gedanken mit der Welt zu teilen.
Engagement für Frieden und Aufklärung:
Seitdem sich Perel in Israel, seiner neuen Heimat, niederließ, setzt Perel sich für den Frieden ein und kämpfte für Gerechtigkeit. Sally Perel selbst meinte:
„Ich bin seit vielen Jahren in der israelischen Friedensbewegung aktiv, weil ich die Hoffnung auf einen gerechten Frieden nicht aufgegeben habe. Denn nur ein gerechter Frieden ist ein dauerhafter Frieden.“
In den letzten Jahrzehnten seiner Lebzeiten besuchte Perel regelmäßig Schulen in Deutschland, um junge Menschen über die Gefahren von Rassismus und Extremismus aufzuklären. Dabei betonte er:
„Die Jugend von heute ist nicht verantwortlich für die Gräueltaten der Nazis, aber sie wird es sein, wenn es wieder zu solchen kommt.“
Sally Perel sah seine Pflicht darin, seine Geschichte zu teilen und junge Menschen aufzuklären. Sein Leben und seine Taten lehren uns vor allem, wie wichtig es ist, sich mit unserer gemeinsamen Vergangenheit auseinanderzusetzen und dafür zu sorgen, dass eine friedliche Zukunft bestehen bleiben kann.
